Vergaser synchronisieren, gibts da nen "Trick"?

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Vergaser synchronisieren, gibts da nen "Trick"?

Beitrag von ins » 07.09.2019, 16:56

Moin,
nach Behebung der Elektronikprobleme und Einbau des ultraschallgereingten K+N bestückten Ersatzvergasers fährt die VFR wieder ordentlich und nach ca. knapp 2 Jahren habe ich mal wieder eine schöne (kleinere) Tour gemacht - soweit also alles im Lot.

Zum Problem bzw. zur Frage. Ich habe mir "einen abgebrochen" beim Synchronisieren und wollte mal bei Schraubern, die das öfter machen, nachfragen, ob ich was falsch mache oder es irgendeinen Trick gibt, der das erleichtert - denn irgendwann kommt der gereinigte Originalvergaser zurück und das Spiel beginnt nochmal.

Ich hatte mir ein gebrauchtes Honda-Vergasereinstellwerkzeug gekauft und arbeite für alle Vergaser von der linken Seite.
- die Einstellschraube des Zyl. 4 (vorne rechts) kann ich bei geschlossener Drosselklappe nicht erreichen bzw. nicht so, dass der Sechskant sicher auf der Einstellschraube sitzt. Das Kühlwasserrohr ist einfach im Weg. Öffne ich über den Gasgriff etwas die Drosselklappe, womit sich die Welle samt Schraube dreht ist der Winkel besser und ich kann den Schlüssel ansetzen - nur dreht dann der Motor natürlich gnadenlos hoch. D.h. ich habe mir die Abweichung an der Uhr angeschaut, Motor aus, Einstellschraube etwas verändert, Motor an und Effekt kontrolliert. Solange bis es passte...
- Die Einstellschrauben sind mit Federn vorgespannt. Es ist schwer kleine Drehungen/Veränderungen an den Einstellschrauben hinzubekommen (unabhängig davon, dass bereits allein durchs Werkzeug ansetzen sich der Unterdruck verändert). Man dreht am Griff des Einstellwerkzeugs, spürt wie sich Spannung aufbaut und irgenwann dreht sich die Einstellschraube - dann aber meistens deutlich zu viel...

Also:
- gibt es einen Trick für Zyl. 4? Oder muss man das Einstellwerkzeug passend biegen (das habe mich nicht getraut)
- kann man die Einstellschrauben bzw. deren Drehbarkeit geschmeidiger machen?
- und zuletzt; welche Abweichungen an den Einstelluhren toleriert ihr?

Gruss, ins

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Beitrag von MacJoerg » 07.09.2019, 18:45

Man braucht so einen Schraubendreher:
https://www.esska.de/shop/Vergaser-Schr ... pe_set=b2c
Die Unterdruckuhren sollten alle den selben Wert anzeigen.
Gruß, Jörg

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Beitrag von Thomas » 07.09.2019, 20:07

Der originale Honda-Schlüssel sowie der von MacJoerg gezeigte sind gut, haben aber innen eine biegsam Welle als Kraftübertragung. Ich hab die auch, zusätzlich noch nen Winkelschraubendreher, der über eine Verzahnung operiert. Das ist dann schon exakter als mit Welle. Und die Schwergängigkeit der Schrauben mit dem ruckartigen Weiterdrehen liegt an der Reibung derselben. Vor dem Einbau des anderen Vergasers diese Schrauben und die Auflagen etwas mit Ballistol einsprühen, dann klappts meist besser. Insgesamt ist der V4 etwas anspruchsvoller als ein R4 beim Synchronisieren.

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Beitrag von ins » 07.09.2019, 23:07

Ballistol ist naheliegend, werde ich mal ausprobieren. Habe mir den Honda Schlüssel extra geholt, weil es mit der kurzen WinkelKnarre zu heisse Finger gab, aber dass die biegsame Welle halt nicht 1:1 überträgt ist fürs genaue Einstellen schon nachteilig.

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Beitrag von Rolli » 08.09.2019, 13:12

Hier mal ein älterer Thread dazu mit ein paar Bildern von mir.
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Beitrag von Rolli » 08.09.2019, 22:19

Deine Fragen 1und 3 sind durch meine Bilder doch nicht beantwortet. Ich musste nicht an Zylinder 4 ran, hatte ja auch das originale Honda Werkzeug . Stört dort hinten das Thermostat mit seinen Schläuchen?
Abweichungen,mmmm, ich hatte ja dieses teure digitale Gerät eines Kollegen, die Auflösung ließ sich da sehr klein verstellen und dort hat man es natürlich nicht 100 % hinbekommen, aber Werte habe ich da nicht mehr im Kopf.
Ich schaue morgen mal, ob da was im Werkstatt Buch steht.
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Beitrag von MacJoerg » 09.09.2019, 00:15

Da gibt es keinen Wert einzustellen. Nur die Gleichmäßigkeit.
Gruß, Jörg

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Beitrag von ins » 09.09.2019, 13:29

Genau, mein Einstellschlüssel ist der gleiche bzw sieht identisch aus und es stört der Kühlwasseranschluss, der zwischen Zyl. 2 und 4 unten aus dem Block kommt und dann zum Thermostat führt. Trotz des gewinkelten Werkzeugs komme ich nicht ordentlich an die Einstellungschraube - ausser ich gebe etwas Gas und verändere den Winkel.

Ich kenne die Werte zur Synchronisation aus dem WHB und habe es auch fast gleichlaufend für alle hinbekommen. Die Frage war was die Profis tolerieren, denn ich bin der Meinung, dass mit den Federschrauben keine 100iger Gleichauf einstellbar ist - oder ist dir das gelungen?

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Beitrag von Etze » 09.09.2019, 14:41

Vorab: Bin nur Laie.

Honda gibt 20mmHG Differenz an, das sind 0,026 bar.

Ich habe es auf 0,01 bar genau hinbekommen, das ist genau ein Teilstrich auf dem Synchrontester, den ich hatte. Ich denke das ist völlig in Ordnung.

Hatte auch das Einstellwerkzeug und bei einem Zylinder musste ich es schräg ansetzen, also es saß nicht satt auf der Schraube. Es hat aber ausgereicht, um die Schraube ein Kaumstel zu verstellen.


PS: Im Standgas hatte ich Werte zwischen -0,24 und -0,25 bar.
Freundliche Grüße
Christof

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Beitrag von MacJoerg » 09.09.2019, 15:17

Etze hat geschrieben:  
09.09.2019, 14:41
Kaumstel
Das Wort solltest Du Dir patentieren lassen. :D
Hast übrigens recht. Ein Teilstrich Unterschied ist vollkommen in Ordnung.
Gruß, Jörg