VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

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WolleKoelle
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VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

#1

Beitrag von WolleKoelle » Fr 16. Jun 2017, 17:12

Hier ein kleiner Bericht, wie es dazu kam, meine VTEC ausgerechnet nach Lettland zu verkaufen.....

Wieso und warum ist hier nicht so das Thema, dass wie ist schon interessanter.

Alles fing damit an, eine Verkaufsanzeige bei "mobile.de" zu kreieren, was ja nicht so schwer ist. Also schöne Fotos gemacht, alle Rechnungen und TÜV-Bericht zusammengekramt und innerhalb von einer guten Stunde war die Anzeige fertig und ging ONLINE :klatsch:
Danach hab ich noch zwei Motorradankäufer angeschrieben, das Onlineformular ausgefüllt und abgeschickt - bis heute nichts von denen gehört.

Es vergingen nicht mehr als 30 Minuten, als die erste Mail ankam. In gebrochenem, aber durchaus verständlichem Deutsch wurde Kaufabsicht suggeriert, ich möge doch bitte eine Telefonnummer durchgeben, zwecks Kontaktaufnahme. OK, warum nicht....
Wieder 5 Minuten später klingelt das Telefon, im Display eine Riesennummer, von weit weg muss der Anruf kommen.
Ich melde mich und am anderen Ende ist Arthur aus Lettland. Kurzer Smalltalk bis zur alles entscheidenden Frage, ob mein angegebener Preis auch der letzte sei........ Ja, sag ich, ich hab´s nicht eilig, es wird jemand kommen und den Preis bezahlen. Kurzes Schweigen in Lettland, Ok sagt Arthur, ich frage nochmal meinen Kunden, melde mich in 5 Min. wieder.

Zwischenzeitlich denke ich mir, Lettland, muss das sein, kann das keiner aus Norddeutschland oder der Eifel sein, man wird ja schon etwas skeptisch, ob der Unkenrufe, die da so vorauseilen.

Und Zack, klingelt das Telefon. Arthur aus Lettland ist dran - sagt, Käufer sagt ist OK, er will sie also haben und mein Bauchgefühl wird nicht wirklich besser. Ich habe noch nie ein Fahrzeug privat verkauft, vielleicht mal ein Fahrrad, muss es dann direkt das Baltikum sein?

Jetzt steht ich in meiner Küche, relativ angespannt, keine Argumente zur Hand warum ich das nicht machen sollte. Er zahlt den Preis, den ich haben will und überweist auch noch vorher.

Kann doch alles nicht wahr sein? Wo ist der Haken, wenn man ihn braucht?
Folgende Vorgehensweise wurde weiter abgestimmt: Kaufvertrag ausfüllen und nach Lettland mailen, Käufer unterschreibt und stempelt ab. Geld wird überwiesen. Motorrad wird abgemeldet. Originalteile und sämtliche Papiere gesammelt. Käufer kommt Motorrad abholen. Abholer unterschreibt Übergabeprotokoll. Weg ist sie. :shhh:

Was soll ich sagen. Es ist alles eingetreten wie abgesprochen. Für mich, der auch gerne dass schlechte im Menschen sieht, unglaublich.

Bin gespannt, ob und wann die VTEC bei ihm auf der Webseite auftaucht, Arthur ist immerhin ein Motorradhändler, so sieht es jedenfalls aus - oder doch FakeNews?

Arthur hat mich dazu bewogen, meine Sicht etwas zu korrigieren. Bisschen schlechtes Gewissen ihm gegenüber hab ich da schon :(
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Re: VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

#2

Beitrag von Dutchy » Fr 16. Jun 2017, 22:15

Ich war letztes Jahr mit mein Mopped im Baltikum. Bin nur gute Leuten begegenet.
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Re: VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

#3

Beitrag von alex1977 » Sa 17. Jun 2017, 11:47

etwas gesunder pessimismus ist gar nicht mal so schlecht.
denn genau das ist es, was dich zu den beschriebenen vorkehrungen gebracht hat.
also vorvertrag, erst das geld, dann die ware. alles richtig gemacht.

wäre auf der anderen seite ein betrüger, hätte er dem genazen so nicht zugestimmt.

problematisch wird es aber, wenn der potentielle käufer auch so tickt.
dann wird es für beide seiten nicht leichter, denn jeder will größtmögliche sicherheit für sich.
möglicher weise wird das geschäft dann nicht zu stande kommen.

und übrigens:
es wird in aller regel nur über schlechte erfahrungen geschrieben.
bei positiven ist mal selten bereit eine rezession zu verfassen.
sehr schön zu sehen bei urlaubs- oder hotelbewertungen.
ein gutes hotel zeichnet sich nicht zwangsläufig über viele positive beiträge aus.
meist sind es die wenigen negativen, die uns bei der auswahl zum ziel bringen :top2:
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Re: VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

#4

Beitrag von werbefuzzi » Sa 17. Jun 2017, 12:21

Erstmal gratuliere, wenn das jetzt so reibungslos abgelaufen ist und du an einen seriösen Zeitgenossen, egal woher, gekommen bist.
Aber es geht auch anders und da sind gerade die Genossen aus dem ehemaligen "Ostblock" sehr kreativ im negativen Sinne. So gab es mal die Masche, eine Ware zu kaufen und mit einem Scheck eines Dritten (den sie angeblich selbst erhalten hatten) zu bezahlen. Der Scheck war natürlich nicht auf den Betrag passend, sondern sogar etwas höher und man einigte sich darauf, den Mehrbetrag bei Abholung mitzunehmen. Der Scheck wurde auch tatsächlich in voller Höhe dem Konto des Verkäufers gutgeschrieben, sodaß alles in Ordnung zu sein schien. Die Ware wurde abgeholt und auch der überzahlte Betrag vom Scheck dem Käufer zurückgegeben.
Doch kaum war das Geschäft abgewickelt und der Käufer wieder in der Heimat, verschwand plötzlich der Betrag des eingereichten Schecks vom Konto des Verkäufers. Dabei bedienten sich die Betrüger einer Lücke im internationalen Zahlungsverkehr, die es ermöglicht, aus einigen Ländern, schon gutgeschriebene Schecks innerhalb eines gewissen Zeitraums wieder zurückzubuchen.
Also für den Verkäufer, Ware weg und über/zurückgezahltes Geld weg und keine Chance das je wieder zu sehen.
Ob das jetzt auch für Überweisungen gilt, kann ich nicht sagen, würde mich aber auch mal interessieren. Da müßte man die Bank mal fragen.

Auf Arthurs Webseite wird die VFR wohl kaum auftauchen, da er sie ja direkt im Kundenauftrag gekauft hat und so wohl auch direkt weiter gegeben hat.

Drück die Daumen, das bei dir alles seriös ist.
Michael
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Re: VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

#5

Beitrag von Bernd 2 » So 18. Jun 2017, 15:44

Klar gibt es paar Gestalten die ein das Leben schwer machen. Wenn man sich noch bei der Bank infomieren kann, wie sicher eine Überweisung ist, die man nicht zurück ziehen kann,
Fahrzeug abmelden, Kaufvertrag, ist doch alles gut.
Ein Freund hat Autos nach Lettland verkauft und keine negative Erfahrungen gemacht.
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Re: VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

#6

Beitrag von tbohlender » Fr 30. Jun 2017, 12:36

Bei Überweisung kann ich beruhigen. Eine Überweisung lässt sich nicht mehr zurück ziehen, sobald das Geld beim Empfänger verbucht wurde.

Deshalb muss man da auch als "Absender" besonders vorsichtig sein, das man das Geld auch dem richtigen überweist, weil sobald das Geld erst mal auf dem "falschen" Konto ist, ist man auf die Kooperation des "falschen" Empfängers angewiesen, oder muss es sich auf dem Rechtsweg zurück holen (was aber nur geht, wenn der Empfänger nachweislich keinen Anspruch auf das Geld hat).

Aber schön zu lesen, wenn mal einer über positive Erfahrungen liest. Ist ja meist so, wie Alex es schreibt. Man hört ja sonst nur, wenn es nicht so läuft ^^ Und freut mich für dich, das der Verkauf so schnell und schmerzlos über die Bühne gegangen ist :)
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Zuletzt geändert von tbohlender am Fr 30. Jun 2017, 12:36, insgesamt 1-mal geändert.
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... eine GS RT kann verdammt schnell sein ... solange ich nicht drauf sitze :D

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Re: VTEC goes Latvija - ein Erfahrungsbericht

#7

Beitrag von WolleKoelle » Mo 3. Jul 2017, 09:52

tbohlender hat geschrieben:
Fr 30. Jun 2017, 12:36
Und freut mich für dich, das der Verkauf so schnell und schmerzlos über die Bühne gegangen ist :)
Danke Dir, aber schmerzlos war das irgendwie nicht :crying-yellow: , vor allen Dingen, wie das Thema "Transportsicherheit" angewandt wurde :think:

Gruß
Jürgen
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