Erfahrungen Textil Kombi dauerhaft regenfest

Leder, Textil, Handschuhe, Stiefel, Protektoren, ...
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marc109
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Erfahrungen Textil Kombi dauerhaft regenfest

Beitrag von marc109 »

Hallo zusammen,

Da unter uns VFR Treibern auch einige Vielfahrer sind ist das Thema hier evtl nicht so ganz fehl am Platz. Da ich durch Frau, Kind, Haus immer weniger Zeit zum fahren finde, möchte ich die nutzbare Fahrzeit erweitern, indem ich eine vernünftige regenfeste Lösung finde, um wenigstens auch bei Regen und Schauern zumindest zur Arbeit mit der VFR zu fahren oder auch sonst mal wenn Zeit da ist aber das Wetter suboptimal ist. Möchte keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Fahrens im Regen anstoßen ;) Hatte einige Jahre nur ein Motorrad und kenne die Gefahren und Unannehmlichkeiten.
In Frage kommt nur eine Textilkombi, da ich auch wie bisher bis an die 0°C Einsatztemperatur kommen möchte.

Momentan fahre ich eine Textil Hose von Polo mit Cordura und Sympatex. Modell oder Name steht keiner drauf und die Rechnung ist auch dahin. Trotz etwa jährlicher Erneuerung der Imprägnierung ist es nach ca 20-30 Minuten durchschnittlichem Regen feucht im Schritt und dann auch relativ bald nass.
Die Jacke ist von Roleff, glaube das war die Hein Gericke Hausmarke. Die Dichtheit ist ähnlich, um die Schultern und unter den Armen wird es relativ schnell nass. Beides habe ich jetzt ca 6-7 Jahre in denen ich allerdings insgesamt nur ca 30.000 gefahren bin. Neu waren die beiden allerdings auch nur unwesentlich besser/dichter.

Nachdem ich am Wochenende begeistert das 300.000 Africa Twin Kilometer Video von Varahannes gesehen hab und er seine Stadler Kombi hoch gelobt hat, hab ich mich bei der Preisliste auf den Hosenboden gesetzt. Qualität hat ihren Preis, das ist mir klar, aber so eine Summe ist aus der Kriegskasse bei der Kommandeurin in der derzeitigen Lage mit Kurzarbeit etc. nicht möglich.

Hat jemand von euch ähnlich gute Erfahrungen mit Bekleidung bei schlechtem Wetter und etwas niedriger Preisigen Produkten?

Vielen Dank im voraus. :D
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Etze
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Erfahrungen Textil Kombi dauerhaft regenfest

Beitrag von Etze »

Interessantes Thema.

Habe bei meiner Textiljacke gestern auch wieder die leidvolle Erfahrung machen müssen. Meine Arme und Schultern waren nass. Kann ich mir nicht wirklich erklären, ob die Brühe an meiner Windstopper-Sturmhaube nach innen gelaufen ist? War zum Glück nur eine knappe Stunde Fahrt.

Aber ab davon, habe ich in den wenigen längeren Regenfahrten gute Erfahrungen mit Regenbekleidung über dem Textilkombi gemacht. Nach insgesamt ca. 6 Stunden Fahrt mit mehr und mal weniger Regen gab's dann zwar auch iwann einen Wassereinbruch, aber wenigstens nicht so schnell.

Naja und zu guter Letzt: auch wasserdichte Handschuhe bringen nichts wenn das Wasser die Ärmel herunter läuft. 😂
Freundliche Grüße
Christof
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Moppedtouri
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Erfahrungen Textil Kombi dauerhaft regenfest

Beitrag von Moppedtouri »

Moin Marc,

Meine Erfahrungen mit Textiljacken und -hosen beziehen sich allesamt nur auf solche im niedrigen bis mittleren Preissegment. Auch mich haben die teils exorbitant hohen Preise von Markenartikeln davon abgehalten, mir selbige zuzulegen.
Textilhosen kosteten bei mir durchschnittlich zwischen 150 und 250 EUR, Jacken wenigstens 200 bis etwa 300 EUR. Und auch das ist Geld.
In den vergangenen gut 10 Jahren habe ich auf die Membrane geachtet und kaufte vorzugsweise Jacken bzw. Hosen mit Goretex oder Sympathex Membranen. Hier gibt es einen messbaren Qualitätsunterschied, was die Dichtigkeit der Membrane angeht - nämlich einen Wert in mm Quecksilbersäule. Hier ist nun mal der Marktführer (Gore) vorn, gefolgt von Sympathex und anderen.
Ich habe früher nie imprägniert. Inzwischen imprägniere ich, mehr oder weniger regelmäßig - eher nach Bedarf (im Sommer weniger).
Generell sind meine Erfahrungen, dass spätestens nach Ablauf der Gewährleistungszeit (also nach 2 Jahren) die ersten Undichtigkeiten auftreten. Also fange ich dann an, mehr und öfter zu imprägnieren - allerdings meist mit nur sehr mäßigem Erfolg. Auch das zählt zu meinen Erfahrungen - ist die Jacke erst einmal undicht, dann hilft auch das Imprägnieren nicht mehr viel. Soll wohl eher eine vorbeugende Wirkung haben. Allerdings hat mir bislang noch niemand (für mich schlüssig) die Wirkungsweise eines Imprägniermittels - insbesondere hinsichtlich des vollen Erhalts der Atmungsaktivität - darlegen können. Vielleicht ist die Wirkungsweise ja tatsächlich gegeben wenn man es von Anfang an regelmäßig verwendet. Als Konsequenz nehme ich bei Mehrtagestouren auch eine Regenjacke mit, die ich drüber ziehen kann. Allerdings bemerkt man in der Regel spätestens dann, was Atmungsaktivität bedeutet - mit Regenjacke fließt gar kein Schweiß mehr ab und die Gerüche können zunehmen.
Offenbar gibt es noch weitere Faktoren was die Dichtigkeit insbesondere von Jacken, aber auch Hosen angeht: Die Verarbeitung (Nähte, Verschlüsse) und die Stoffqualität/Festigkeit scheinen auch eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen. Wenn ich endlich mal im Lotto gewinne werde ich sicherlich einen Teil vom Gewinn in hochwertige Motorrad-Textilklamotten investieren.

Ich weiß, das Nachfolgende wurde nicht gefragt - ich möchte es lediglich als Gedankenanstoß mit auf den Weg geben.
Bei Handschuhen habe ich bislang ähnlich verfahren wie bei Jacken und Hosen. Einzig bei Stiefeln bin ich einen anderen Weg gegangen. Ich hatte mir Mitte der 90er mal für 270 Mack (Sonderangebot und Mitarbeiterrabatt) ein paar an sich sehr teure und renommierte Markenstiefel gekauft und war mit denen 10 Jahre lang sehr zufrieden. Dann erst fingen die an undicht zu werden. Ich war sogar so zufrieden dass ich mir das gleiche Modell noch einmal kaufte und wieder 10 Jahre lang damit fuhr, bevor Undichtigkeit einsetzte. Nur kosteten die jetzt knapp 300 EUR, nicht mehr DM. Danach kaufte ich mir ebenfalls Markenstiefel eines anderen bekannten Herstellers, aber für deutlich weniger Geld. Das habe ich schnell bereut. Zwar sind die Stiefel immer noch wasserdicht, aber der Klett löst sich auf, hängt in Fransen runter, sieht schäbig aus und er hält vor Allem nicht mehr. Also habe ich mir vor einigen Monaten das dritte Paar der altbewährten Stiefel gekauft. Dieses kostet inzwischen regulär mehr als 400 EUR. Dennoch lohnt sich das für mich unbedingt, auch als Viel- und Schlechtwetter/Ganzjahresfahrer. Alle 2 bis 3 Jahre neue Billigstiefel kaufen ist langfristig mit Sicherheit teurer, an die Bequemlichkeit kam bislang nichts von dem was ich getragen habe ran, und der Wohlfühlfaktor beim stundenlangen Tragen / bei längerem Laufen ist einfach unbezahlbar. Ich trage diese Stiefel übrigens sowohl bei -5°C als auch bei 35°C. Gepflegt habe ich die Stiefel lediglich mit schlichtem Lederfett.
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marc109
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Erfahrungen Textil Kombi dauerhaft regenfest

Beitrag von marc109 »

Danke für eure Rückmeldung! Das deckt sich mit meinen bisherigen Erfahrungen. Eine Regenjacke drüberziehen ist eine Möglichkeit, aber da ich meistens ganz ohne Gepäck unterwegs bin (hab weder Koffer noch Topcase, nur ab und an einen kleinen Tankrucksack dabei) eher nicht bevorzugt, außer man zieht die direkt an.
Falls doch jemand einen Geheimtipp hat, besonders was Jacken im Bereich <400€ angeht, bitte her damit. :D

Bezüglich Handschuhe habe ich mit meinen derzeitigen 08/15 von Probiker keine Probleme. Irgendwann läuft es von oben rein, aber da können die Handschuhe nichts für.
Was die Stiefel angeht werde ich öfter belächelt, aber ich bin rundum zufrieden mit meinen Bundeswehr Stiefeln. Die sind sehr angenehm zu tragen und absolut wasserdicht. 2-3 mal im Jahr ordentlich mit Schuhcreme einschmieren reicht bisher, wobei die Sohlen bald mal erneuert werden müssen nach 13 Jahren Dauernutzung.

Was für eine Sturmhaube nutzt du Etze? Darüber hab ich mir ehrlich gesagt noch nie genauer Gedanken gemacht. Habe immer so einen Halswärmer (Löffler von der Tante Lo***) als "Lückenfüller" zwischen Jacke und Sturmhaube (und die trage ich meist nur unter ~10°C), der aber natürlich nicht wasserdicht ist. Nicht, dass der initiale Wassereinbruch einfach nur am Kragen der Jacke ist :conf:
Wobei dann wäre es nicht zuerst unter den Armen nass.

Ein leidiges Thema... Hoffe morgen stimmt der Wetterbericht und ich kann im trockenen fahren :D
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Moppedtouri
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Beitrag von Moppedtouri »

Ja, trocken und kühl soll es werden. Also ist der Halswärmer angesagt.

Apropos Halswärmer: Auch ich trage den Löffler von Luise und bin damit eigentlich recht zufrieden. Das Teil hat keinen nervigen Klett der zwangsläufig irgendwann irgendwo am Hals kratzt, er ist dünner als alles was ich zuvor am Hals getragen habe, sehr weich und kein bisschen steif, groß genug, fühlt sich angenehm an und ist absolut winddicht. Ich kann keinen Wassereinbruch am Hals verzeichnen, auch wenn ich unter den Armen, an der Brust und im Schritt bereits eindingende Feuchtigkeit spüre. Vielleicht ist der Kragen Deiner Jacke zu kurz oder die Aerodynamik Deines Helmes ungünstig. Wenn alles passt sollte dort eigentlich kein Wasser hin kommen.

Noch ein Satz zu den Handschuhen: Dass es am Übergang Jacke/Handschuhe rein läuft kann man einfach verhindern indem man die Ärmel der Jacke über die Stulpen zieht - also die Stulpen in die Jackenärmel hineinstopft. Natürlich müssen die Stulpen lang genug sein und die Jackenärmel genug Platz bieten, um die Stulpen zu verstauen. Das funktioniert nicht mit jeder Handschuhe-Jacke-Kombination. Deswegen ist es grundsätzlich wichtig dass man zur Klamottenanprobe immer alle anderen Klamotten anzieht/mitnimmt und prüft ob die neue Klamotte mit den bestehenden Klamotten zusammen passt.

Von Bundeswehrstiefeln beim Moppedfahren habe ich schon öfter gehört. So lange sie beim Fahren bequem und wasserdicht und schalttauglich sind und auch noch einen gewissen Mindestschutz bieten ist das doch vollkommen in Ordnung.
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Beitrag von werbefuzzi »

Der Markt für Bekleidung ist mittlerweile so unübersichtlich geworden, das man den Überblick schnell verliert und auch fast jedes Jahr eine neue Generation von Materialien und Zauberstaub von der Herstellern gezeigt wird.
Da hilft nur die einschlägigen Tests in den Zeitschriften lesen, mit Erfahrungen von anderen Bikern vergleichen und selbst anprobieren und testen. Wenn der Schnitt paßt, kann man mit den Premiumherstellern meist nix falschmachen, liegt dann aber ganz schnell im vierstelligen Preisbereich. Da gibt es natürlich auch preiswertere Alternativen, aber die gilt es nach den eigenen Anforderungen dann zu finden.
Ich habe mir vor einiger Zeit eine Alternative zu meiner maßgeschneiderten Schwabenleder-Kombi gesucht und bin nach langer Recherche bei der Jacke von FLM T16 und eine Hose von Vanucci Okovango gekauft und bin damit sehr zufrieden. Mit und ohne Futter eine sehr gut sitzende und zu fahrende Kombination. Allerdings kann ich zur dauerhaften Regenfestigkeit nix sagen, da ich davon bislang verschont geblieben bin.
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Beitrag von Etze »

marc109 hat geschrieben: Fr 9. Okt 2020, 20:20 Was für eine Sturmhaube nutzt du Etze? Darüber hab ich mir ehrlich gesagt noch nie genauer Gedanken gemacht. Habe immer so einen Halswärmer (Löffler von der Tante Lo***) als "Lückenfüller" zwischen Jacke und Sturmhaube (und die trage ich meist nur unter ~10°C), der aber natürlich nicht wasserdicht ist.
Trage immer eine Sturmhaube. Im Sommer son Standardteil von Vanucci und bei kälterem Wetter eine von Rukka (Windstopper). Bin damit ganz zufrieden.
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Beitrag von Moppedtouri »

Hallo Marc,

gerade ganz aktuell bei Prolo gefunden:
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Beitrag von Jomar59 »

Also ich habe ja auch einen Zeltanhänger und dafür gibt es schon was besseres, da hab ich auch schon meine Goretex damit imprägniert, bin mehr als nur zufrieden damit.
https://www.ultramarxl.com/de/canvas-co ... ector.html
Die Kunst ist es, einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird.
Winston Churchill
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