brauche mal wieder Rat

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Huschel1975
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#1

Beitrag von Huschel1975 » Di 8. Aug 2017, 10:33

Hallo zusammen,

nachdem ich nun fast wirklich alles an meiner RC36/2 erneuert/verändert/verbessert habe, hab ich noch ein Abstimmungsproblem mit meiner Federung, wo ich selbst nach unzähligen Einstellungen und Testfahrten auf meiner Hausstrecke noch gewisse Probleme habe.

Der aktuelle Stand: Ich wiege mit Kleidung gut 105-108 Kilo

Gabelrevision mit neuen Simmerringen/progressiven Gabelfedern von Wirth incl empfohlenem Öl SAE 10
neues Federbein von YSS (Monoshock mit Zugstufenverstellung)
Heckhöherlegung (ca 20 - 25 mm) durch Unterfütterung der Federbeinaufnahme.

Hier nun mein Problem: Die Gabel hoppelt bei schnell aufeinanderfolgenden Bodenunebenheiten und die gesamte Fuhre fühlt sich dann an als wenn ich auf einem Rodeopferd sitze (übertrieben).

Längere Bodenwellen nimmt die Gabel wunderbar auf. Bisher habe ich mit dem Luftpolster gespielt (160mm Herstellervorgabe)

Habe einmal auf 155mm eingestellt > War noch härter und unkomfortabel /auf 165mm und auf 170mm verändert> Besserung, aber die kurzen Schläge in die Gabel werden immer noch in den Vorbau geleitet!

Wenn ich das Federbein straffer stelle wird das Rodeopferd zahmer und das gesamte Mopped wird härter. Ist mir aber allerdings von der Hinterachse dann teilweise schon zu hart!

Negativfederweg ist vernünftig eingestellt (meiner Meinung nach!) Genaue Werte weiß ich aber nicht!

Was kann ich noch versuchen?

Gruß an alle

Stefan
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Moppedtouri
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#2

Beitrag von Moppedtouri » Di 8. Aug 2017, 13:07

Moin Stefan!
Leider ist Wirth Gabelöl nicht Bestandteil unserer Gabelöl-Liste. Nach etwas googeln habe ich aber in diesem Forum die (hoffentlich richtige!) Viskosität des 10er Wirth Gabelöls gefunden: 33,0 mm/s² = 33,0 cSt. Das Erstbefüllungsöl der RC36 von Showa hat nur 16,6 cSt, ist also erheblich viskoser als das von Dir gewählte Öl. Eine mögliche Verbesserung könnte also ein viskoseres Öl bringen als das von Wirth - eines, das irgendwo zwischen dem Showa-Öl und dem von Wirth liegt, wie z.B. das von Motul. Das Luftpolster musst Du dann wohl oder übel wieder neu justieren.
Markus hatte mir mal einen Link zu einer Anleitung zur Bestimmung und Einstellung des Negativfederwegs geschickt. Weiß nicht ob ich die mail noch habe, ich kann mal schauen. Aber es gibt dazu einige hilfreiche und gut verständliche Anleitungen im Netz, wo Du zumindest überprüfen kannst, ob die Werte stimmen.
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Huschel1975
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#3

Beitrag von Huschel1975 » Di 8. Aug 2017, 13:18

Genaue Werte zum Negativfederweg wären schon ganz gut, ich hab diesen nach besten Wissen und Gewissen eingestellt, was man im Netz halt so findet.

Halt mit Messung per Zollstock hinten und vorne zusätzlich noch mit Kabelbindern.

Die Viskosität vom Wirth Gabelöl müsste eigentlich passen, denn es gibt sogar noch das SAE 15 (Dicker!)

Grundlegend ist die Gabelhärte und Federung eigentlich genau richtig, komisch ist halt nur dieses "hoppelige" Verhalten der Gabel wenn das Heck ruhig und satt liegt.

Luftdruck der Reifen passt, Lenkkopflager ist so gut wie neu, Radlager vorne neu und die Gabel ist auch "entspannt"

Möglicherweise hat es noch was mit dem Nachlauf zu tun!? Die Fuhre ist schön handlich und nicht nervös. Also eigentlich kann es damit nicht zusammenhängen.

Vielleicht bringt ein exact eingestellter Negativfederweg etwas, das die Dicke im jetzigen Zustand vorne und hinten einfach nicht zusammen passt.
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Lemmy
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#4

Beitrag von Lemmy » Di 8. Aug 2017, 14:38

Hi Stefan,

welche Werte hast du denn beim Einstellen genutzt?

Ich hatte mich hier orientiert: Fahrwerkseinstellungen
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#5

Beitrag von Huschel1975 » Di 8. Aug 2017, 14:54

Hi Lemmy,

also genau diese Werte haben mir gefehlt ! Ausdruck ist soeben erfolgt. Danke!!!

Genau hab ich die Werte nicht mehr im Kopf, deswegen werde ich heute abend mal an die Messarbeit gehen und mal schauen was ich so eingestellt hab!

Schauen wir mal, ob es damit schon erledigt ist.

Allgemein ist zu sagen, das ich mit dem YSS Federbein und den Wirth Gabelfedern super zufrieden bin, ich denke es liegt alles nurnoch an der Feinjustierung. Entsprechend meiner Fahrweise!

Meine Roadtec 01 sagen auf jeden Fall seit gut 1500 Kilometer ......... Hilfe, gib mir mehr Profil und den Elefanten zurück :D

Danke nochmal an Lemmy und Moppedtouri!
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#6

Beitrag von Lemmy » Di 8. Aug 2017, 15:11

Hi Stefan,

super wenn ich helfen konnte ;)
Dann sollte das hoppeln hoffentlich weg sein, wenn du die Feinjustierung hinkriegst. Ich bin mit dem YSS auch unheimlich zufrieden. :top2:
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#7

Beitrag von Huschel1975 » Di 8. Aug 2017, 18:19

So, gemessen und festgestellt:
Vorne waren es 35mm Negativ, habe jetzt auf 42 eingestellt.
Hinten waren es 43mm, habe jetzt auf 38mm eingestellt.

Probefahrt steht am WE an! Hab mir verschiedene Umdrehungen vorne und hinten aufgeschrieben mit den dazugehörigen Federwegen. So kann ich auch während der Fahrt verändern und kenne die Einstellungen dazu!
Bin gespannt!
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#8

Beitrag von Moppedtouri » Di 8. Aug 2017, 20:04

Hallo Stefan,
es gibt hier irgendwo in den Tiefen des alten Forums einen sehr aufschlussreichen Gabelölfred. Ich meine aus dem resultierte dann auch die Gabelölliste. Jedenfalls wird aus diesem Gabelölfred sehr deutlich ersichtlich, dass Bezeichnungen wie 5W light oder SAE 7,5 oder 15W bestenfalls grobe Orientierungen sind.
Öffne einfach mal die Liste der Gabelöle. Dann siehst Du, dass beispielsweise die Öle Wilbers SAE 7,5 oder Whitpower #7,5 zäher sind als ein Liqui Moly 10W medium - oder ein Liqui Moly 15W heavy, das deutlich viskoser ist als ein Wilbers SAE 10.
Um die Öle in ihrer Viskosität dennoch vergleichbar zu machen wurde diese Liste erstellt mit der Angabe der Fließfähigkeit in Centi Stoke (cSt) bei 40°C.

@Lemmy: Ich denke das war der Link, den ich in diesem Beitrag gemeint hatte. Leider habe ich die E-Mails nicht mehr, da sich vor eineinhalb Jahren die Festplatte meines Rechners verabschiedet hatte.
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#9

Beitrag von hermann2124 » Di 8. Aug 2017, 20:14

VFR-Wiki - Zusammenbau Gabel Dort ist auch die Liste mit den gängigen Gabelöle.
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Huschel1975
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#10

Beitrag von Huschel1975 » Mo 11. Sep 2017, 10:28

Hallo noch einmal an alle.

Irgendwie hört das Problem mit meiner neu überholten Gabel nicht auf.

Im Endeffekt ist es jetzt so, dass das Losbrechmoment der Gabel zu hoch ist.

Ich hatte gedacht ich gönne ihr gute Simmerringe von All Balls mit 3 fach Dichtlippen. Das scheint mir wohl aber ein wenig zu viel des Guten gewesen zu sein.

Meine Gabel ist nicht verspannt und verzogen, und wenn ich unter der Staubkappe ein wenig gutes Silikonöl (2-3 Tropfen) reinträufel, ist die Gabel super sensibel im Ansprechverhalten. Leider nur für gut 500 Kilometer, dann ist der Effekt wieder da.

Kann ich irgendetwas tun damit dieser Effekt dauerhaft ist?

Simmerringe von SKF vielleicht? Hab gehört das sollen die besten sein! Ein dauerhaftes dickes haftfähiges Fett vielleicht unter die Staubkappe schmieren?

Danke schon mal an alle.
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#11

Beitrag von Thurn Gerhard » Mo 11. Sep 2017, 18:57

Huschel1975 hat geschrieben:
Mo 11. Sep 2017, 10:28
Hallo noch einmal an alle.

Irgendwie hört das Problem mit meiner neu überholten Gabel nicht auf.

Im Endeffekt ist es jetzt so, dass das Losbrechmoment der Gabel zu hoch ist.

Ich hatte gedacht ich gönne ihr gute Simmerringe von All Balls mit 3 fach Dichtlippen. Das scheint mir wohl aber ein wenig zu viel des Guten gewesen zu sein.

Meine Gabel ist nicht verspannt und verzogen, und wenn ich unter der Staubkappe ein wenig gutes Silikonöl (2-3 Tropfen) reinträufel, ist die Gabel super sensibel im Ansprechverhalten. Leider nur für gut 500 Kilometer, dann ist der Effekt wieder da.

Kann ich irgendetwas tun damit dieser Effekt dauerhaft ist?

Simmerringe von SKF vielleicht? Hab gehört das sollen die besten sein! Ein dauerhaftes dickes haftfähiges Fett vielleicht unter die Staubkappe schmieren?

Danke schon mal an alle.
es gibt spezielles Anti-Reibungsfett für Gabelsimmeringe. Bei Interesse bitte per email melden unter
info@thurn-motorsport.de

Gruß
Gerhard Thurn
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#12

Beitrag von Michael Falter » Di 12. Sep 2017, 06:57

Hallo,

man sollte bei Gabelüberholung auf die Standart Bauteile in guter Qualität zurückgreifen.

hatte hier auch vor kurzem das Problem, dass ein Dichtsatz der Gabel nicht so richtig passen wollte. Die Ware von E-Ba... war so eigentlich OK, nur beim montieren der Dichtringe gingen die so schwer in den Sitz, dass die zu viel Druck auf das Gabelrohr aufgebaut haben un deshalb die Gabel auch ein recht hohes Losbrechmoment hatte. Hab die mit dem Eintreiber kaum rein bekommen.
Also wieder raus und durch die von Gerhard Thurn getauscht, hatte ich zum Glück noch in der Garage liegen. Also nicht immer das billigste kaufen ! Aber auch das teuere wie bei dir kann anscheinend negativ sein !

Das hat dann geklappt !! Gabel flutscht wieder !

Gruß
Michael
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#13

Beitrag von Huschel1975 » Di 12. Sep 2017, 08:53

Das werde ich dann mal als Winterprojekt machen.

Hab zur Zeit keine Lust die Gabel mal wieder ausseinander zu nehmen. Ich möchte lieber die letzten schönen Tage vor der Winterzeit zum fahren nutzen.

Ich werde dann mal die originalen Simmerringe einbauen und mich bis dahin mit dem Siliconöl begnügen. Mehr als 200 Kilometertouren fahre ich meistens sowieso nicht.

Nächstes Jahr geht es aber nach Österreich, dann muß dat Dingen flutschen!

Danke noch mal an alle!
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brauche mal wieder Rat "Lösung gefunden"

#14

Beitrag von Huschel1975 » Mo 25. Sep 2017, 11:21

Hallo,

ich habe übrigens eine sehr gute und kostengünstige Lösung für den "Slip Stick" Effekt meiner neuen Simmerringe gefunden, die nunmehr seit über 1500 Kilometern wunderbar funktioniert!

Ich habe zwischen Simmerring und Staubkappe einen ordentlichen Batzen > Teflon Waffenfett (15% Teflon) mit ein paar Tropfen Gabelöl angemischt und eingebracht.

Nun ist aber auch nichts mehr an Reibung festzustellen und die Gabel ist super sensibel und bügelt auch die kleinsten Unebenheiten weg.

Es läuft nichts aus, und die Gabelrohre sind superblank und glatt wie ein Babypopo.

Für mich war das die beste Lösung um jetzt und bis zur Tour nach Österreich nächstes Jahr wieder ein ordentliches Ansprechverhalten der Gabel zu haben.

Bis zur Winterruhe ist ja noch Zeit, um weiterzutesten. Falls es doch zu Komplikationen kommen sollte, werde ich im Winter gegen originale Simmerringe von Honda tauschen. Ansonsten bleibt es so wie es gerade ist.

Gruß an alle.
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#15

Beitrag von schneekönig » Mo 25. Sep 2017, 12:18

Hi,

das ist ein guter Tipp. Werde es auch mal probieren, da es bei meiner Gabel auch noch Verbesserungsmöglichkeiten beim Gleitverhalten gibt.
Wie "dünn" hast du denn das Fett mit Öl angerührt?

Grüße, Markus
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#16

Beitrag von Huschel1975 » Mo 25. Sep 2017, 12:27

genau kann ich dir das nicht sagen, da ich nach Gefühl gearbeitet habe. Das Teflonfett alleine (pur weiss) war nicht haftfähig genug und hat in Prozent gesprochen ca 60 - 70 % Besserung gebracht.

Ich habe dann die gesamte Menge die bis zu Oberkante Tauchrohr hineinpasst so lange Tropfenweise mit Öl gemischt (in einem kleinen Becher) bis mir die Konsistenz ausreichend vorkam.

Bei mir war es irgendwann schön süffig und klebrig, so dass es bei jeder Auf und Abbewegung des Standrohrs haften bleibt.

Bissl probieren halt, funzt aber super!

Gruß

Stefan
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#17

Beitrag von schneekönig » Fr 29. Sep 2017, 21:59

Hallo Stefan,

also, es gibt im Netz geteilte Meinungen, ob da ein Fett hin soll (zwischen Staubkappe und Simmerring in der Gabel). Manche Enduristen schwören darauf. Fahren ja auch viel im Dreck. Andere berichten von undicht werdenden Simmerringen. Naja, der Ist-Zustand der Simmerringe wird da eine erhebliche Rolle gespielt haben. Da kann das Fett nur der Auslöser, nicht aber die Ursache sein. Wieder Andere schreiben von Dreck, der sich durch das Fett wie Schmirgel unter der Staubkappe sammeln soll. Meine Meinung ist aber, dass das sehr unwahrscheinlich ist, solange die Staubkappe in Ordnung ist. Auf die Frage hin, welches Fett man nehmen soll, gibt es fast so viele Meinungen wie Fettsorten. Viele nehmen Maschinenfett, z.B. Kugellager- oder Allzweckfett. Andere behaupten, dass dieses Fett die Simmerringe angreift und empfehlen Teflonfett (so ähnlich wie von dir verwendet). Außerdem gibt es die Meinung, man solle sich an die Fettsorte halten, die original bereits in den Simmerringen aufgebracht ist oder die in den Werkstatthandbüchern empfohlen wird. Das ist meist Silikonfett, kunststoffverträglich, einigermaßen wasserabweisend. Allerdings hat Silikonfett keine herausragenden Gleiteigenschaften bei mechanischer Belastung und schwankt in der Zähigkeit sehr mit der Temperatur. Beides sollte aber an der Gabel kaum eine Rolle spielen, da es keine hohen Flächenpressungen gibt und wenn man nicht gerade bei -20 Grad unterwegs sein möchte. Soweit das vorläufige Ergebnis meiner Recherche.

Kurz:
Ich hab's auch ausprobiert und in Ermangelung von Teflonfett und Dämpferöl einfach Silikonfett verwendet. Unter jede Staubkappe eine dicke Wurst, schön eingedrückt. Dann die Staubkappe wieder drauf, überschüssiges Fett abgewischt und dann man probiert.

Ergebnis:
Es tut sich tatsächlich was, auch mit Silikonfett. Hätte ich nicht gedacht. Das Losbrechmoment und der Gleitwiderstand sind deutlich reduziert. Ob ich nun das Optimum erreicht habe oder nicht, ist mir egal. (Hintergrund: Habe vor 2 Jahren erst die Gabel gründlich revidiert. Komplett zerlegt und gesäubert, neue Gleitbuchsen, Wilbersfedern, 7.5er Wilbersöl, original Honda Simmerringe und Staubkappen, beides auch nicht verkantet eingebaut.) Meine Gabel ist zudem definitiv nicht verbogen oder verspannt. Trotzdem waren Losbrechmoment und Gleitwiderstand nie zufriedenstellend.

Das Paradox:
Scheinbar hat das hohe Losbrechmoment und der hohe Gleitwiderstand sehr gut zum 7.5er Wilbersöl gepasst! Jetzt ist mir die Gabel deutlich zu unterdämpft. Das Mopped schaukelt jetzt in kurvennahen Bodenwellen auf meiner Hausstrecke, wo es das vorher nicht tat.

Fazit:
10er Wilbersöl kaufen. Auf 15er will ich nicht gleich gehen. Zum Verständnis: Ich orientiere mich an den Viskositätswerten, ausgehend vom original Showa-Öl. Das 7.5er Wilbers ist schon etwas zäher. Das 10er Wilbers wesentlich zäher (die genauen Werte weiß ich jetzt nicht auswendig.).

Grüße, Markus
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#18

Beitrag von Huschel1975 » So 1. Okt 2017, 09:14

Hallo Markus,

das mit der unterdämpften Gabel kann ich mir gut vorstellen, ich war bei meiner Gabel richtig erschrocken wie gut sie auf einmal dämpft.
Ich fahre ja eine Wirth Feder mit 10 er Öl (33 ct) und bei mir hat es gepasst. Außer ich habe mein erhöhtes Luftpolster von 170 mm auf 165 mm reduziert.
Meine Hausstrecke ist eine super Mischung aus Kurven und Geraden mit teilweise schlechtem Asphalt. Da geht sie nun drüber als wenn ich ne GS mit langen Federelementen fahren würde.
Bis jetzt bin ich höchst zufrieden, und wenn die Gabel halt irgendwann mal leicht undicht wird, dann bekommt sie halt die originalen Simmerringe von Honda. Ansonsten kann man es auch wie bei Ducati sehen, hier ölen die Ohlins Federn alle ein wenig, damit genau dieses feinfühlige Ansprechverhalten erzeugt wird!
Gruß an alle
Stefan
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#19

Beitrag von schneekönig » Do 12. Okt 2017, 19:51

Hallo Stefan, hallo Leute,

so, man glaubt gar nicht, was das ausmacht. Nachdem ich unter die Staubkappen Silikonfett gefüllt hatte, waren ja Losbrechmoment und Gleitwiderstand der Gabel stark gesunken. Damit war die Gabel plätzlich unterdämpft (Promoto-Federn (Wilbers), Wilbers-Öl 7,5 mit 33,7 cst, Luftkammer 140mm).
Habe vor kurzem dann auf Wilbersöl SAE10 (50,1 cst), Luftkammer 135mm, gewechselt und bin heute mal ausgiebig zum Fahren gekommen.
Fazit: Jetzt passts wieder. Sensibles Ansprechen, kein Durchschlagen und ordentliche Progression, vor allem aber kein Rühren und Schaukeln mehr. Schnelle Kurven mit Bodenwellen, auch in der Anbremszone, sind kein Problem mehr, keine ungewollten Lenkbewegungen mehr.
Fahren ist dadurch insgesamt entspannter. Man konzentriert sich auf die Linie und den Straßenverkehr und braucht sich nicht um das Fahrverhalten sorgen. Klasse. Passt.

Wiege mit Montur knapp über 80 kg. Das 10er Wilbersöl funzt prima. Zur Erinnerung: Wilbers empfiehlt 5er Öl mit 22,5 cst. Kann mir gar nicht vorstellen, wie das unterdämpft und schaukelt, wenn mir schon das 7,5er zu dünn war. (forchiertes Landstraßentempo angenommen)
Richtig schade, dass die Schönwettertage bald vorbei sind!

Grüße, Markus
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#20

Beitrag von Huschel1975 » Do 12. Okt 2017, 20:51

Da kann man mal sehen wie unterschiedlich doch die Federn/Ölsorten und Höhe der Luftkammer von Hersteller zu Hersteller sind.

Meine Wirth Federn mit 10er Öl(33ct) und 165 er Luftkammer sind optimal!

Wiege mit Kleidung gut 110 Kilo + 2,5 cm Heckhöherlegung und die Gabel ist auch noch einen halben Zentimeter durchgesteckt.

Ich selber habe schon einen sehr sportlichen Fahrstil und für mich passt das super.

Ist schon echt erstaunlich!
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#21

Beitrag von schneekönig » Do 12. Okt 2017, 22:57

Ja, die Wirth-Federn sind allgemein etwas stärker / kräftiger als die Wilbers und brauchen weniger Luftpolster. Bei 130-135 mm Luftkammer würde die Gabel mit Wirth-Federn bei Eintauchen vermutlich bockhart.
Ach ja: Da ich ja eine 46/1 fahre und du eine 36er kann es eventuell Unterschiede in der Dämpferkartusche geben, so dass die beiden Gabeln unterschiedlich auf die gleiche Ölviskosität reagieren bzw. bei mir ein 50-cst-Öl und bei dir ein 33er gut funktioniert.

Grüße und noch schöne Restherbsttage! Soll ja am Wochenende nochmal klappen!
Markus
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