Brainstorming Motorproblem: 3-Zylinder

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Tomcat0815
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Neues von der 3-Zylinder-Front

Nov 2006 08 00:56

Beitrag von Tomcat0815 » Mi 8. Nov 2006, 00:56

Zur Erinnerung: Der hintere rechte Zylinder lief bei niedrigen Drehzahlen nicht mit, siehe erstes Posting.

So.

Folgendes habe ich heute gemacht:

Zuerst habe ich überprüft, ob der Vergaser wirklich keine Nebenluft zieht. Dazu habe ich eine große Spritze mit langer Nadel genommen und jeweils an die Verbindungsstellen der Ansaugstutzen Sprit gespritzt. Theoretisch sollte über die Nebenluft gegebenenfalls Sprit mit angesaugt werden und das zu einer merklichen Veränderung der Drehzahl führen.
Mit dieser Methode konnte ausgeschlossen werden, dass Nebenluft gezogen wird!

Als nächstes habe ich, nur so aus Spaß und um sicher zu gehen, neue Kerzen eingebaut, DPR8EA-9. Schön!

Dann habe ich nochmal fleissig an den Zündspulen herumgemessen aber keinen Fehler finden können, alles war wie es sein sollte.

Ich habe dann nochmal die veränderung der Drehzahl etc. bei abgezogenem Kerzenstecker an einem Zylinder geprüft. Damit die CDI keinen schaden nimmt, habe ich eine Zündkerze in den abgezogenen Stecker gesteckt und mit einem Starthilfekabel auf Masse gelegt (danke an den Gast :-). Dadurch wurde nochmal deutlich, dass der hitnere rechte Zylinder, wenn er nicht mitläuft eine viel geringere Minderung der Drehzahl verursacht als z.B. wenn der hintere linke Zylinder nicht mitläuft.

Danach habe ich die ganze Apparatur Synchronisiert. Siehe da: Trotzdem ich nach Reinigung und Zusammenbau des Vergasers die Drosselklappen "von Hand" mit dem Messschieber auf den 10tel mm genau zu synchronisieren versucht habe, zeigten die Synchronuhren einen Unterschied von fast 0,4 bar an. Und der Zylinder mit der größten Abweichung war? Na, der hintere rechte.

Danach lief der Apparat schon etwas besser; zog ich nun einen Kerzenstecker ab (hinten links bzw. rechts) war direkt bei beiden Zylindern ein merklicher drehzahlunterschied zwischen 3 oder 4 aufgesteckten Zündkerzensteckern zu hören.

Als nächstes habe ich dann mit einem CO-, CO2- und O2-Messgerät an jedem Krümmer die Abgaswerte gemessen.

Dabei kam ich zu folgendem ergebniss (Mittelwert aus 3 Messungen):

Zylinder vorne rinks:

CO2 7,2 %
CO 3,2 %
O2 9,16 %


Zylinder vorne rechts:

CO2 8,67 %
CO 2 %
O2 8,67 %


Zylinder hinten links:

CO2 8,5 %
CO 4,33 %
O2 6,4 %

Zylinder hinten rechts:

CO2 8,53 %
CO 0,73 %
O2 10 %

Dazu muss ich sagen: Ich habe beim Zusammenbau des Vergasers die Gemischregulierschrauben mit genau den im Honda-Werkstatthandbuch beschriebenen Ausdrehungen eingebaut. Das habe ich so gemacht, dass ich sei erst alle genau gleich weit bis auf den Sitz eingedreht habe. Ich habe mir auf den Vergaser kleine Markierungen gemacht, so das ich die Gemischregulierschrauben genau mit den angegebenen Umdrehunden ausdrehen konnte.
Wir lernen daraus: Wenn man seine Gemischregulierschraube nach der von Honda vorgegebenen Anzahl der Umdrehungen eindreht, kann man sie auch nach dem Sonnenstand oder der Mondphase oder dem aktuellen Tidenhub in St. Peter Ording/ Nordsee eindrehen.

Danach habe ich dann versucht, mit den Gemischregulierschrauben bei ca. 1250 U/min den CO-Wert auf ca. 2,9 % einzustellen. Ich habe es absichtlich etwas fett eistellen wollen, weil ich so viel Kurzstrecken fahre mir das dafür so empfohlen wurde.

Nach vielem hin und her habe ich die Vergaser auf folgende Werte eingestellt:


Zylinder vorne links:

CO2 8,5 %
CO 2,9 %
O2 7 %


Zylinder vorne rechts:

CO2 6,2 %
CO 2,9 %
O2 10 %


Zylinder hinten links:

CO2 6,8 %
CO 2,9 %
O2 9 %

Zylinder hinten rechts:

CO2 6,3 %
CO 2,9 %
O2 10 %

Was lernen wir daraus? Ich nix. Weil meine VFR noch nie richtig lief, aus den verschiedensten Gründen, kann ich zwar sagen, dass sie nach dem Eingestelle anders läuft als vorher, aber ob sie besser läuft oder so läuft wie sie muss? Wer weiss das schon?

Bei Einzylindern ist das einfacher; wenn da ein Zylinder nicht läuft ist das Problem relativ schnell eingekreist, haha.

Ich würde mich natürlich über Meinungen dazu freuen.

Danke!

Ich habe total verbrannte hände! Sieht echt scheisse aus.
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Zuletzt geändert von Tomcat0815 am Mi 8. Nov 2006, 00:58, insgesamt 1-mal geändert.
Schönen Gruß aus Duisburg,

Oliver aka Tomcat0815

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RE: Neues von der 3-Zylinder-Front

Nov 2006 08 02:49

Beitrag von herbert_r » Mi 8. Nov 2006, 02:49

hallo tomcat0815,
da hast du deinem nick keine ehre gemacht, bei soviel arbeit :D
kannst du mir mal sagen, wie du die einzelnen cowerte vermittelt hast? loch un den krümmer?
wie schaut es mit meiner methode aus?
die vergaser einzeln an einen staubsauger anschliessen, der den unterdruck erzeugt und mit der unterdruckuhr die leerlaufschraube einstellen.
ist mir eben so eingefallen.
es ist nämlich so, das ich die vergaser zerlegt hate und die schrauben auf 2umdrehungen offen eingestellt habe und der meinung war, das das so i.o. ist.
wenn ich da aber deinen fred sehe ;(
gruß
herbert
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Beitrag von Tomcat0815 » Mi 8. Nov 2006, 10:17

Hallo herbert_r,

ich denke, dass vielleicht was mit meinen Vergasern nicht stimmt, kann schon sein, dass unter normalen Umständen die Einstellung per Gemischregulierschraube ausreichen würde. Man stellt damit ja sowieso nur das Gemisch bei fast völlig geschlossener Drosselklappe ein. Je weiter die Drosselklappe geöffnet ist, desto geringer wird ja der Einfluss der Gemischregulierschraube (stelle ich mir mal so vor). Und wen interessiert schon, wie das Motorrad im Stand läuft, solange es bei Vollgas gut geht? :-)

Ich habe die Messsonde bei abgebautem Sammler in die jeweiligen Krümmer gehalten. Das ist zwar nicht so optimal, weil es theoretisch möglich wäre, dass sich die vom Messgerät angesaugte Luft mit Aussenluft vermischt, aber anders ging es nicht. Das anbohren der Krümmer an genau der richtigen Stelle wäre sicher besser gewesen, nur kommt man ja an die hinteren Krümmer gar nicht dran! Wo die "richtige" Stelle ist, war hier auch mal beschrieben, 20 cm vom Auslassventil entfernt auf dem aussenradius der Krümmung oder so? Vielleicht käme man da dran, wenn man die hinteren Motorhalteschrauben lösen und dieses Hitzeschulzblech zum Federbein herausbauen würde....

Ich verstehe Deine Methode nicht ganz, meinst du jetzt die Leerlaufgemischschraube oder die Schraube zum Synchronosieren, also der Stellung der Drosselklappen im leerlauf? Wo willst du denn eine Unterdruckuhr anschliessen?

Ich selber bin mir nicht sicher, wie sinnvoll das mit dem Staubsauger als Funktionstest ist. Man kann damit sicher ausschliessen, das ein Unterdruckkolben völlig hakt oder so. Aber die Menge an Luft, die dann da durch geht, entspricht sicher Vollgasbetrieb. Und Leelaufgemisch stellt man ja im Leerlauf ein.

Ich schätze mal, wenn an einem Vergaser sonst alles in ordnung, sauber und ohne ungelcihmäßigen Verschleis ist, macht man das alles ganz normal nach Vorschrift: Leerlaufgemischschraube soundsoviel Umdrehungen raus, Vergaser nach Einbau auf Nebenluftansuagung überprüfen, Ventile einstellen ist immer gut, Drosselklappen mit 4-Fach-Unterdruckuhren Synchronisieren, fertig.

Oder alles in eine gute Werkstatt bringen. Wenn der Typ das gründlich macht, kann man das aber sowieso nicht bezahlen :-)
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Schönen Gruß aus Duisburg,

Oliver aka Tomcat0815

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Nov 2006 09 02:42

Beitrag von herbert_r » Do 9. Nov 2006, 02:42

hallo tomcat,
ich meine schon die luftschraube. die drosselklappen sind ja im demontierten und vereinzelnten zustand zu.
den staubsauger kann man ja in der leistung regulieren und die uhr schliest man am mundstück an. kleines gewinde gebohrt und gut ists ;)
nur was die hausfrau dazu sagt.
weist du zuflällig wieviele umdrehungen deine schrauben jetzt eingeschraubt sind?
gruß
herbert
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Beitrag von Tomcat0815 » Do 9. Nov 2006, 11:03

Hi Herbert,

das improvisiert gebohrte Loch kannst Du ja mit Gaffer-Tape wieder kleben. Gaffer Tape hält die Welt zusammen UND erfreut auch das Hausfrauenauge!

Ich weiss nicht, wie weit meine Gemischregulierschrauben jetzt ausgedreht sind. Aber eine Drehung von nur wenigen mm oder ° macht schon irre viel aus beim CO-Wert, das ist irre empfindlich, ich würde es wirklich mit einem CO-Tester zu machen versuchen.

Aber auf jeden Fall denke ich, dass Gemisch einstellen nur nach dem Zusammenbau der Vergaserbatterie sinn macht und vor allem nach dem Synchronisieren.

Ich bin mir noch immer nicht sicher, ob wir von der/den gleichen Schrauben reden. Ich habe 4 Gemischeinstellschrauben, und zwar 1 seitlich an jedem Vergaser. Aber nur 3 Schrauben zum feineinstellen der Drosselklappen, die sitzen mit dem Kopf nach unten am Gestänge was die Drosselklappen bewegt, und zwar eine zwischen den vorderen beiden Vergasern und zwei zwischen den hinteren. Die Synchronisierung der Drosselklappen verändert ja die Luftmenge, die im Leerlaufbetrieb durch den Vergaser geht und damit hat die Drosselklappenstellung ja auch einen Einfluß auf die Arbeitsweise der Einstellschrauben für das Leerlaufgemisch. Deshalb erst synchronisieren und dann Gemisch einstellen....stell ich mir so vor? ?(

Ich persönlich habe mir schon überlegt, ob man die Schrauben für die Synchronisierung nicht einfach austauschen kann gegen Rändelschrauben oder meinetwegen Schrauben mit Flügelmuttern? Dann könnte man das Ding viel leichter Synchronisieren, das wäre doch mal eine Riesenidee. Und warum haben nicht auch die Gemischeinstellschrauben einen Kopf an dem man einfach so Drehen kann wie am Standgas? Das wäre doch viel einfacher, dann wären jetzt auch meine Finger nicht so verbrannt.
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Schönen Gruß aus Duisburg,

Oliver aka Tomcat0815

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Beitrag von Thomas » Do 9. Nov 2006, 12:28

Tach zusammen!


du hasts doch schon alles richtig gemacht!! (zumindest theoretisch)

zuerst die Gaser synchronisieren (die Gemischschrauben sind dabei in der Grundeinstellung, wie vorgeschrieben). Dann die Gemischzusammensetzung korrigieren (mittels der Gemischschrauben), die von dir veranschlagten 3% sind O.K.! Dabei immer auch die Vergaseruhren im Auge behalten, wenn sich leicht was verändert: korrigieren. Wenn du das Spielchen so 2 -3 mal durchgeführt hast, hast du ne richtig schön laufende VFR! Du hattest ja schon beschrieben, dass minimale Veränderungen per Gemischschraube schon grosse Änderungen an der Zusammensetzung bewirken. Wenn du das ganze Prozedere gewissenhaft durchführst, verändert sich da im Normalfall nicht mehr viel, so dass nicht etwa regelmässig Eingestellt werden müsste wie etwa beim Synchronisieren. Btw, Import-Mopeds haben vielmals verplombte Schräubchen, damit sich eben nicht jeder an der Gemischzusammensetzung zu schaffen macht!

Und lass die schrauben da, wo sie sind und besorg dir vernünftiges Werkzeug zum Einstellen, dann gibts auch keinerlei Probs.


Gruss

Thomas

Ach ja, und lass den Staubsauger da, wo er hingehört :D
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Nov 2006 10 01:45

Beitrag von herbert_r » Fr 10. Nov 2006, 01:45

hallo tomcat,
wir reden von den 4 schrauben, also meinen wir das selbe :)
€thomas es war ja nur eine idee. ;) den versuch lasse ich mangels zustimmung der staatsgewalt mal lieber sein
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